SV Schwarz-Weiß Alflen

Chronik

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Das traditionelle Sportfest fand am 02./03. Juni 1962 statt. Hierzu wurden neben den umliegenden Vereinen auch befreundete Mannschaften aus entfernteren Orten zum Fußballspiel und anschließendem Tanz eingeladen. Hier ein Auszug aus der Einladung des Vorsitzenden Platten an den SV Hahn.

„Liebe Sportkameraden!

Am 2.-3- Juni wollen wir unser diesjähriges Sportfest begehen. Wir wollen am Samstag, den 2. Juni mit unserer Mannschaft ein Freundschaftspiel austragen. Als Gegner würden wir Ihre Mannschaft recht gerne zu uns einladen.

Wir könnten es dann so machen, daß wir – wie es seinerzeit auch dort bei Ihnen war, 15 Spieler bzw. Personen unterbringen können.

Abends ist gemütliches Beisammensein mit Tanz im Saale Kutscheid.“

 

Der SV Hahn nahm mit 15 Personen am Sportfest teil. Als Kapelle hatte der Sportverein das „River-Song-Quintett“ für Samstag- und Sonntagabend zu einer Gage von 350,- DM verpflichten können.

 

Es wurde aber nicht nur Fußball gespielt. Der Aufbau einer Schwerathletikabteilung wurde in Angriff genommen werden. Aufgrund der knappen Vereinsressourcen wurde am 30. Juni 1962 ein Antrag auf Gewährung eines Zuschusses zur Anschaffung von Hanteln an das Kreisjugendamt Cochem gestellt. In einem erstem Bescheid wurde der Antrag abgelehnt. Begründet wurde dies damit, dass der Jugendwohlfahrtausschuß der Meinung war, dass Schwerathletik in der Hauptsache der körperlichen Ertüchtigung Erwachsener diene. Man hatte aber nicht mit der Hartnäckigkeit des 1. Vorsitzenden Platten gerechnet. Nach weiterem Schriftverkehr wurde am 06.12.1962 ein Zuschuss von 100,- DM gewährt. Hiermit konnte Anfang 1963 beim Sportversandhaus Waldorf in Mayen eine 100 Kilogramm Langhantel für 175,- DM erstanden werden, welche per Bahn nach Ulmen geliefert wurde. Diese Hantel wurde von den Vereinsmitgliedern auf dem Schulhof zur Körperertüchtigung und zum Kräftemessen genutzt.

In der Spielrunde 1962/63 trat die 1. Mannschaft als Aufsteiger in der A-Klasse an. Hier traf man unter anderem auf Mannschaften aus Cochem, Ulmen, Faid, Bremm. Dem Schriftverkehr aus jenen Tagen mit dem Fußballverband Rheinland ist zu entnehmen, dass die Begegnungen nicht immer ganz friedlich verliefen und des öfteren am „grünen Tisch“ verhandelt wurde.

Zusätzlich wurde eine 2. Mannschaft gemeldet. Die 2. Mannschaft spielte mit mäßigem Erfolg in der Reserveklasse und wurde am 22.11.1963 nach wiederholtem „Nichtantreten“ von der Spielrunde 1963/64 ausgeschlossen.

1964/65 belegte die zweite Garnitur immerhin einen 5. Platz.

 

 

Torhüter Peter Schäfer, Alfons Heinzen, Reinhold Fischer,

 Gerätewart Josef Klasen

Zwischenzeitlich hatte Werner Fischer von Karl Platten in dieser schwierigen Phase das Amt des 1. Vorsitzenden übernommen.

Die 1. Mannschaft spielte in der 1. Kreisklasse ab dem 21.01.1965 außer Konkurrenz. Benennungsschwierigkeiten für einen Schiedrichter waren der Grund für diese harte und teilweise unverständliche Entscheidung des Verbandsspielausschusses des Fußballverbandes Rheinland. Weiterhin wurde ein Zwangsabstieg in die 2. Kreisklasse für die Saison 1965/66 durch den Fußballverband verfügt.

Die Motivation unter den Spielern sank immer mehr und Resignation machte sich auch im Umfeld breit. “Isch schmiere keine Ball mer enn“ sagte Gerätewart Josef Klasen. Nach zweifachem „Nichtantreten“ bei Meisterschaftsspielen erfolgte am 27.05.1966 der Ausschluß von den weiteren Spielen.

Für die Saison 1966/67 konnte noch immer kein Schiedsrichter benannt werden und so mußte man in der 3. Kreisklasse, Staffel 1 spielen. Hier lag man am Ende der Meisterschaftsspiele punktgleich mit dem SV Hambuch an der Spitze. Das Entscheidungsspiel um den Staffelmeister verlor man 4:2 Toren.

 

 

Es häuften sich aber die Gesuche sowohl um Freistellung der inzwischen wehrpflichtigen Spieler als auch um Spielverlegungen aufgrund fehlender Spieler. Nachdem die Mannschaft ein Meisterschaftsspiel beim SV Leienkaul wegen Spielermangel nicht bestreiten konnte, sah sich der Vorstand zum Handeln veranlasst. Am 23.10.1967 wurde die Fußballmannschaft des SV Schwarz-Weiß Alflen auf eigenen Wunsch vom Spielbetrieb zurückgezogen. Einige Spieler wanderten zu Nachbarvereinen ab.

In den folgenden Jahren nahm keine Mannschaft an den Meisterschaftsrunden teil. Am 21.03.1970 wurde der Sportverein beim Sportbund Rheinland abgemeldet und aus dem Vereinsregister gelöscht. Das Soll von 137,90 DM wurde bei der Zentralkasse des Sportbundes beglichen. So war zumindest eine spätere Wiederaufnahme in das Vereinsregister gewährleistet.

Das Vereinsleben ruhte und es waren keinerlei Aktivitäten zu verzeichnen.

Am 18.05.1971 wurde unter dem 1. Vorsitzenden Albert Lahn die Wiederaufnahme in den Sportbund Rheinland beantragt. Grund hierfür war die Vereinbarung mit der SV Alemannia Auderath, eine Spielgemeinschaft zu gründen. Im Nachbarort Auderath war ein neuer Rasensportplatz erstellt worden. Der Alfler Sportplatz war verwahrlost und nicht mehr bespielbar.

Was viele für undenkbar gehalten hatten, war eingetreten. Die beiden Erzrivalen Alflen und Auderath hatten sich zusammengerauft. Dies war sicherlich seinerzeit ein bemerkenswerter Schritt, wenn man auf die mit großer Leidenschaft geführten Lokalduelle der fünfziger und sechziger Jahre zurückblickt. Doch die Vernunft siegte über die alten Rivalitäten.

Es konnte sofort eine starke Mannschaft formiert werden. Viele der Spieler, welche 1967 nach der Abmeldung der Fußballmannschaft zu umliegenden Vereinen gewechselt waren, kehrten zurück in ihren Heimatverein. Es begann eine erfolgreiche Fußball-Ära, welche sicherlich Mitte der siebziger Jahre ihren sportlichen Höhenpunkt hatte.

Abschlusstabelle 1966/67 3.Kreisklasse, Staffel 1

Hambuch

10

9

0

1

39:10

18:2

Alflen

10

9

0

1

67:13

18.2

Laubach

10

5

0

5

30:31

10:10

Hauroth

10

3

1

6

22:29

7:13

Beuren Reserve

10

3

0

7

31:32

6:14

Lutzerather Höhe Reserve

10

0

1

9

17:96

1:19

Bad Bertrich außer Konkurrenz